Einlagensicherung für Festgeld und andere Geldanlagen

Ein viel thematisiertes Thema der letzten Monate und Jahre: Wie sicher sind eigentlich Einlagen bei den Banken? Was früher niemand nachgefragt hat, steht heute bei den meisten Banken direkt auf der Startseite um größtmögliche Transparenz zu schaffen. Dennoch sind viele Informationen unverständlich oder kompliziert dargestellt. Wie sicher Ihre Einlagen auf einem Festgeldkonto oder jedem anderen Girokonto, Sparbuch, Tagesgeld und anderem Konto mit Sichteinlage sind, wollte wir hier kurz und verständlich erklären:

Gesetzliche Einlagensicherung

In den meisten entwickelten Ländern und selbstverständlich in der EU gelten per Gesetz Regeln zur Einlagensicherung. Diese sind innerhalb der EU durch die Richtlinien 94/19/EG und 97/9/EG umgesetzt. Jedes Mitglied ist an diese Vorschriften gebunden und muss die Vorgaben im eigenen Land umsetzen. In Deutschland ist dies durch das Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz geschehen. Für Deutschland ist die gesetzliche Einlagensicherung wie sie jetzt existiert seit Dezember 2010 gültig und besagt folgendes:

  • Pro Kunde und Bank (bei einem Gemeinschaftskonto erhöht sich der Schutz entsprechend der Anzahl der Personen)
  • sind Sichteinlagen wie Tagesgeld, Festgeld, Girokontoeinlagen, Sparbucheinlagen etc.
  • bis zu einer Höchstgrenze von 100.000 Euro
  • vollständig über die gesetzliche Einlagensicherung abgesichert.

Ein Beispiel soll dies verdeutlichen: Ein Anleger bei der Bank XYZ unterhält ein Girokonto mit 50.000 Euro Guthaben und ein Tagesgeldkonto mit 45.000 Euro Guthaben. Im Falle einer Pleite der Bank XYZ sind die kompletten Einlagen des Anlegers über die gesetzliche Einlagensicherung abgesichert. Wie die Einlagen im Einzelfall verteilt sind, spielt dabei keine Rolle. Beträge über insgesamt 100.000 Euro (also jeder Euro der 100.000 Euro übersteigt) sind nicht mehr über die gesetzliche Einlagensicherung geschützt. Im Falle einer Pleite greifen hier bei den meisten Banken freiwillige Sicherungssystem, die wir später genauer erläutern.

Bin ich als Anleger bei mehreren Banken gleichzeitig abgesichert?

Ja. Die Grenze von 100.000 Euro für die gesetzliche Einlagensicherung nach EU-Richtlinien gilt pro Kunde und Bank. So wären beispielsweise Einlagen bei der Bank A in Höhe von 80.000 Euro und bei der Bank C in Höhe von 75.000 Euro komplett von der gesetzlichen Einlagensicherung erfasst.

Was passiert mit Wertpapieren und Fonds die ich bei der Bank gekauft habe?

Aktien und Fonds werden von der jeweiligen Bank lediglich für den Kunden “aufbewahrt”. Die Insolvenz der Bank macht diese Wertpapiere natürlich nicht wertlos, daher unterliegt der Depotwert auch nicht der gesetzlichen Einlagensicherung. Natürlich würden die Aktien oder Fondsanteile lediglich übertragen werden und nicht ihren Wert verlieren.

Was passiert mit Einlagen, die nicht von der gesetzlichen Einlagensicherung erfasst werden?

Natürlich sind auch diese Einlagen im Falle einer Bankenpleite nicht sicher verloren. Vielmehr kommt es dann darauf an, ob die Bank einem freiwilligen Einlagensicherungssystem angeschlossen. Die meisten deutschen Banken sind Mitglied und Einzahler im Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes Deutscher Banken. Dieser Fonds sichert die Einlagen, je nach Größe der Bank (maßgeblich ist das haftende Eigenkapital) in deutlichen höheren Bereichen ab. So kommen Banken wie z.B. die bekannte ING DiBa oder die Autobank von Volkswagen auf Sicherungsgrenzen von über 1 Milliarde Euro pro Kunde. Auch kleinere Banken sichern in Millionenhöhe ab, für den privaten Anleger und Kunden bedeutet das fast immer einen vollständigen Schutz der Einlagen. Volksbanken und Sparkassen wiederum haben ihre eigene Sicherungssysteme (die Sparkassen z.B. über das Verbundnetz mit Landesbanken) und garantieren Einlagen zu 100%. Die jeweilige Sicherungsgrenze einer Bank kann entweder auf der Seite der Bank selber oder aber beim Bankenverband nachgefragt werden.

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