Festgeld vs. Tagesgeld – Vorteile und Nachteile

In diesem Ratgeber möchten wir kurz die Vor- und Nachteile von Festgeld bzw. Tagesgeld erläutern und damit Entscheidungsfindung erleichtern. Viele Anleger betrachten die Frage als eine “entweder, oder” Entscheidung, dieser Ansatz ist jedoch nicht richtig und bringt im Zweifel nur Nachteile.

Verfügbarkeit von Festgeld und Tagesgeld

Während die Anlagesumme auf dem Festgeldkonto für einen bestimmten Zeitraum fest angelegt wird, handelt es sich beim Tagesgeld mehr um ein flexibles parken. Die komplette Einlage auf einem Tagesgeldkonto kann jederzeit abgehoben werden. Einzahlungen und Auszahlungen sind täglich in beliebiger Höhe möglich. Einzahlungen und Auszahlungen auf dem Festgeldkonto sind in der Regel nicht möglich oder unterliegen strengen Vorschriften. So wird die Anlagesumme bei einer vorzeitigen Verfügung häufig rückwirkend nicht verzinst. Bei den meisten Banken ist es jedoch gar nicht möglich, in der Zwischenzeit Abhebungen vorzunehmen. Diese Vorgehensweise ist keineswegs unfair, der Anleger erhält schließlich einen deutlich besseren Festgeldzins als Tagesgeldzins. Man kann also sagen, im Tausch gegen fest angelegtes Kapital sind die Banken bereit, höheren Zinsen anzubieten.

Nutzung beider Anlagenformen zusammen

Dieses Vorgehen wird von Finanzberatern klar empfohlen. Der Leitsatz hierzu lautet: Niemals alles auf ein Pferd setzen. Dabei geht es nicht um den Verlust des Geldes, sondern lediglich um die Verfügbarkeit. Die Einlagen auf Tagesgeld- und Festgeldkonten unterliegen schließlich der gesetzlichen Einlagensicherung in allen EU-Ländern. Wer sein komplettes Geld auf dem Festgeldkonto anlegt, kommt unter Umständen in eine Situation in der Kapital benötigt wird und dann nicht verfügbar ist. Daher ist es ratsam, nicht mehr als 60-70% der verfügbaren Anlagesumme fest anzulegen. Der Rest kann auf einem Tagesgeldkonto geparkt und bei Bedarf verwendet werden. Die allgemein bekannte Regel, ca. 3 Monatsgehälter auf dem Girokonto verfügbar zu haben, bleibt davon unberührt. Wer spekulativ in Aktien und Fonds anlegen will, orientiert sich selbstverständlich nicht an diesen Werten. Bei diesen Anlageformen können Totalverluste entstehen und großen Schaden anrichten.

Gebühren und Kosten für Tagesgeld bzw. Festgeld

Hier verhält es sich mit beiden Anlageformen sehr einfach. Sowohl die Kontoeröffnung als auch die Kontoführung sind bei allen Banken kostenlos. Durch das Post-Ident Verfahrt (Feststellung der Identität mit dem Personalausweis) wird sogar das Porto gespart – der Empfänger zahl die Gebühr für die Eröffnungsunterlagen. Gebühren können lediglich entstehen, wenn z.B. Lastschriften nicht eingelöst werden (manche Banken bieten einen Lastschrifteinzug für Sparraten an). Überweisungen vom Tagesgeldkonto oder Festgeldkonto auf das Referenzkonto (Girokonto) sind ebenfalls gebührenfrei.

Zinsgutschrift und Zinseszins

Zinsen sind natürlich der vorrangige Beweggrund, eine Anlage zu tätigen. Der Zinssatz wird immer pro Jahr (p.a.) angegeben und bezieht sich bei Tagesgeld auf die tägliche verfügbare Anlagesumme und bei Festgeld auf die Höhe der Gesamteinlage. Je nach Zinsgutschrift kann auch Zinseszins erwirtschaftet werden, wodurch die effektive Rendite noch einmal höher wird. Für Tagesgeld gibt es die Alternativen monatliche Zinsgutschrift, vierteljährliche Zinsgutschrift und jährliche Zinsgutschrift. In unserem Festgeldzins Vergleich erfahren Sie genau, welche Form die jeweilige Bank anbietet.

Bei jährlicher Zinsgutschrift entsteht kein Zinseszins, während bei einer monatlichen oder vierteljährlichen Zinsgutschrift der Zinsbetrag im nächsten Montag bzw. Quartal natürlich mit verzinst wird. Entscheidungsgrundlage sollte das aber nicht darstellen, bei vier- bis fünfstelligen Beträgen wirkt sich der Zinseszins nur begrenzt aus. In unserem Festgeldzins Vergleich sehen Sie immer die Effektiv-Rendite inklusive Berücksichtung des Zinseszins. Wenn Festgeld für 1 Jahr oder weniger angelegt wird, werden die Zinsen am Ende der Laufzeit gut geschrieben. Läuft die Anlage über mehrere Jahre, gibt es zwei Alternativen: Entweder zahlt die Bank den Zinsertrag nach jedem Jahr an den Anleger aus oder schreibt sie dem Festgeldkonto gut. Eine mehrfache Zinsgutschrift während eines Jahres gibt es bei Festgeld nicht.

Sicherheit von Tagesgeld und Festgeld

Beide Anlageformen unterscheiden sich bezüglich der Sicherheit nicht. In allen EU-Ländern gilt eine Sicherungsgrenze von 100.000 Euro pro Bank und Kunde per Gesetz. Damit unterliegen sowohl Einlagen auf einem Tagesgeldkonto als auch auf einem Festgeldkonto der gesetzlichen Einlagensicherung. Darüber hinaus gibt es weitere freiwillige Einlagensicherungssysteme der Banken. Erfahren Sie hierzu mehr in unserem Ratgeber für Einlagensicherung.

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