Festgeld Zinsen – Modernes Sparen mit hoher Sicherheit

Das Festgeld ist eine mittel- bis längerfristige Anlage, bei dem die Laufzeit und die Zinsen von vornherein festgeschrieben werden. Entscheidend für die Definition als Festgeld ist nicht die Laufzeit selbst, die auch sehr kurz (ab einem Monat) ausfallen kann, sondern die Art der Festlegung: Der Anleger erhält den vereinbarten Zinssatz nur, wenn er das Geld vor Ablauf der Frist nicht kündigt. Bei vorfristiger Auflösung der Festgeldanlage verfallen die Zinsen vollständig. Ebenso ist der Zinssatz nicht variabel wie beim Tagesgeld, bleibt also von den Schwankungen am Kapitalmarkt unberührt. Das kann für den Anleger positiv oder negativ sein: Steigen die Zinsen am Kapitalmarkt und damit auch die Renditen auf Geldanlagen, könnte ein langfristig angelegtes Festgeld weniger Rendite erwirtschaften, als aktuell möglich wäre. Fallen hingegen die Zinsen, erlangt der Anleger durch die längerfristige Anlage einen Vorteil durch den zum Zeitpunkt seiner Festgeldanlage höheren Zinssatz. So erhalten Anleger, die im Jahr 2011 Festgeld auf zwei Jahre anlegten, vielfach 4,75 Prozent Zinsen, die heute (Sommer 2012) kaum noch eine Bank für mittelfristige Anlagen vergibt.

Behandlung von Festgeldanlagen

Das Festgeld muss nach Ablauf der festgesetzten Frist keinesfalls gekündigt, sondern kann zum bestehenden Zinssatz prolongiert (verlängert) werden. Hieraus ergibt sich ein weiterer Vorteil dieser Anlage: Wenn tatsächlich die Zinsen zwischenzeitlich gefallen sind, können Kunden weiterhin zum höheren Zinssatz das Festgeld auf dem Konto belassen. Allerdings gewähren nicht alle Banken bei einer Prolongation den ursprünglichen Zinssatz, er kann auch an die aktuellen Marktbedingungen angepasst werden. Hierauf sollten Anleger achten, die Festgeld im Grunde länger als ein bis zwei Jahre liegen lassen möchten, sich aber aufgrund der Marktunsicherheiten nicht über fünf oder gar zehn Jahre binden wollen und stattdessen auf die Prolongation setzen. Auch diese eventuelle Zinsanpassung kann zugunsten oder zuungunsten des Anlegers ausfallen.

Dementsprechend wird Festgeld zu bestimmten Zwecken und in einem sinnvollen Umfang angelegt. Aufgrund seiner Eigenschaft, nur bei Einhaltung der Frist eine Rendite zu erwirtschaften, wählen Anleger eine Summe, über die sie in jedem Fall kurzfristig nicht verfügen müssen. Viele Banken verlangen Mindesteinlagen zwischen 500 bis 5.000 Euro, das liegt etwas unter der von Experten empfohlenen Anlage von einem bis drei Monatsnettogehältern. Da Festgeld im Jahr 2012 als die Anlage mit der höchsten garantierten Rendite bei gleichzeitiger Einlagensicherheit gelten darf, können höhere Summen ebenfalls gern auf einem Festgeldkonto geparkt werden.

Die Verzinsung von Festgeld

Grundsätzlich gewähren die Banken um so höhere Zinsen, je mehr und je länger angelegt wird. Hier zeigt sich, wie vorteilhaft eine langfristige Entscheidung über Festgeld im Falle sinkender Zinsen ausfallen kann. Denn die BigBank gewährte noch Ende 2011 auf dieselbe Summe und Laufzeit 5,25 Prozent Zinsen. Wer sich damals gebunden hat, würde sich jetzt über einen enormen Zinsvorteil freuen, bei dem allerdings nicht feststeht, ob dieser erhalten bleibt. Wenn das langfristige Festgeld bei Fälligkeit, beispielsweise im Jahr 2021 aufgelöst wird, können durchaus die Kapitalmarktzinsen wieder gestiegen sein.

Grundsätzlich betreibt jede Bank ihre eigene Zinspolitik, woraus die verschiedenen Zinsangebote beim Festgeld resultieren. Aktuell finden sich Unterschiede zwischen 0,80 bis 4,20 Prozent, die aber pauschal betrachtet nicht viel aussagen. Vielmehr muss der Anleger die Mindestanlagesumme, den Zeitraum und die Anlagenhöhe betrachten. Manche Banken, die nur sehr niedrige Zinsen auf das Festgeld gewähren, bieten die entsprechenden Konten als Zusatz zu einem Giro- und/oder Kreditkartenkonto an, auch hier finden sich Anleger. Das sind oft Selbstständige, die auf dem Festgeldkonto ihre Steuerrücklagen parken. Das Festgeldkonto wird als Unterkonto zu einem Online-Konto geführt, der Selbstständige will sich lediglich zwingen, das Geld nicht anzurühren. Wer jedoch eine ernsthafte Rendite erwirtschaften will, sollte die Anlagesumme und den Zeitraum gut überlegen und dann nach dem günstigsten Angebot suchen. Dieses kann sehr lukrativ ausfallen, denn Festgeldzinsen werden jährlich ausgeschüttet und bei langfristigen Anlagen wiederverzinst. Durch diesen Zinseszinseffekt kommt bei einem Zinssatz von 4,25 Prozent, einer Anlagesumme von 10.000 Euro und einer zehnjährigen Laufzeit eine Schlusssumme von 15.162,14 Euro zustande.

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